POP01
DOGPOP:POPGOD
 [LP.2003]
tracklist:
A1.helgoland
A2.mit drin (hundertmarkschein)
A3.augen
A4.hunde tanzen

B1.hellwag
B2.abendgrau
B3.junkies melodie
B4.sand
B5.eyes



reviews
DOGPOP ist die Fusion von ein paar Musikern aus dem Umfeld der Industrialgrößen THOROFON und ANENZEPHALIA. Wer hier nun aber Ähnliches erwartet, dürfte sich etwas vor den Kopf gestoßen fühlen. Denn das Projekt DOGPOP liefert das, was der Name schon teilweise verrät: Pop. Genauer gesagt Minimal Pop mit Industrialanleihen.

Und ich muss „gestehen“, diese CD macht richtig Spaß! Zu Beginn war ich etwas vorsichtig, wusste ja nicht, was mich erwarten würde, aber man gewöhnt sich doch sehr schnell an die eigenwillige Mixtur aus schrägen Sounds, Geklimper, Sprechgesang, Sprachsamples und und und. Etwas schräg und fremdartig ist das Ganze, manchmal etwas spacig, man tüftelt hier schon recht viel rum, was die Sounds angeht, aber das kennt man ja von den beiden „Stammbands“. Ein wenig fühlte ich mich an ECHO WEST oder ganz alte DAF Sachen erinnert, vom Klang her sind teilweise Ansätze da, die diesen Vergleich durchaus tragbar machen. Man verbindet ein wenig den Stil der 80er NDW mit heutigem technoid kaltem Sound, der Sprechgesang kann gerade bei dem Track "Augen" nostalgische Gefühle erwecken.

Die CD ist recht eingängig, jedoch hat jeder Song etwas Neues zu bieten, was zu gefallen weiß! Man freut sich richtig auf den nächsten Track, da Abwechslung auf diesem Album doch großgeschrieben wird. Ein Konzept habe ich nicht entdecken können, aber das tut der Qualität auch keinen Abbruch. Liegt vielleicht auch daran, dass die Lieder in der Zeit von 1995 bis 2003 entstanden sind. Die Coveraufmachung ist ebenfalls recht gut gestaltet ausgefallen, wobei man auch hier erstmal auf etwas Industrielleres schließt. Aber davon darf man sich nicht täuschen lassen, denn die Musik, die DOGPOP machen, ist einfach Autofahrmusik!

Nicht Nachdenken, einfach nur Spaß haben - Pure Unterhaltungsmusik mit Anspruch, nicht mehr und nicht weniger. Dieses Album erhält von mir das Prädikat "wertvoll"! Erhältlich im übrigen als Vinyl Edition, bei der eine Seite „Dogpop“, die andere „Popgod“ betitelt wurde.

sorakey

source: Terrorverlag



Während die Industrialprojekte Anenzephalia und Thorofon längst ihren eigenen Stil und ein genuines Publikum hervorgebracht haben, ergab sich über die Jahre der losen Kooperation offenbar der Bedarf nach einem zusätzlichen kreativen Ventil. Dogpop - eine ähnliche Genrekreation wie einst "Angstpop" - kann also nicht einfach als neue Musikformation durchgehen, sondern bezeugt zugleich einen eigenen Zugang zur Musik.

Die auf der vorliegenden LP "Popgod 2003" versammelten Tracks wandeln auf jenem schmalen und riskanten Pfad zwischen Oldschool-Industrial, (Anti)Pop, Minimalelektro der 80er und ambienten Klanggebilden, durchsetzt mit Cut-Ups, Hochfrequenzen und zerrissenen Rhythmen. Beim ersten Hören etwas befremdlich und in der (Dis)Struktur schwer fassbar, erschließt sich dieser Tonträger mit wiederholtem Genuss. An die experimentellen Spitzen der Neuen Deutschen Welle der frühen 80er Jahre erinnern die dadaistischen Texte ("mit drin (hundertmarkschein)"), vor allem das kühle deutschsprachige "augen", das sich problemlos zum Tanzflächenfüller entwickeln könnte. Seite 1 enthält noch zwei Bonustracks, die nicht auf dem Cover verzeichnet sind. Auf Seite 2 stechen die äußerst ryhthmischen Stücke "abendgrau" und "junkies melodie" hervor, die eine eigene Definition von Pop vorschlagen und mühelos eine Dekade Elektrotüftelei mit herunterspülen. Haus Arafna betraten mit ihren letzten Veröffentlichungen ähnliche Pfade, blieben jedoch bei englischen Texten und pulsierenden Rhythmen. Dogpop dagegen ist im Chaos konsequent - progressive retro...

"A critcisim of the ultimate consumtion and perfection, mixed with cutup technology this record won´t help to enjoy your daily world and living. Its just 71 % perfect but enough!" So will es die Labelinformation. "71 % perfekt" - so steht es auch auf dem Cover. Makelhaftigkeit und (Dis)Perfektion als Programm - warum nicht? Diese LP ist näher an einer Albtaumvision gegenwärtiger Popkultur als die letzten SPK-Platten vor fast 20 Jahren, die eher Graeme Revells Unlust angesichts einer kreativen Sackgasse bezeugten. Dogpop entspringt - im Gegenteil - einem unbändigen elektroakustischen Fabulierungsdrang, der Notwendigkeit, einer in Konsumrausch und Apathie gefangenen Gesellschaft immer neu den schwarzen Spiegel vorzuhalten. Und so ist wohl auch das Cover zu verstehen, indem menschliche und cervide Bewegungsstudien gegeneinandersteuern...

Marcus Stiglegger

source: unknown



Es handelt sich hier um eine Kollaboration zwischen Anenzephalia und Thorofon. Die Aufnahmen entstanden zwischen 1995 und 2003. Musikalisch erwartet den Hörer auf der A-Seite, DOGPOP, kalte Minimal-Elektronik mit deutschem Stimmeinsatz in der Tradition von HAUS ARAFNA und SIMON SCHALL. Das Stück „Augen“ erinnert gar an die guten alten D.A.F. Während diese Seite durchaus clubtauglich ist, geht die B-Seite, POPGOD, mehr in Richtung des Experimentellen. TGs Album „D.O.A.“ könnte hier durchaus als Referenz herhalten. Die Namen der Titel wie „Helgoland“, „Hunde tanzen“, „Abendgrau“ usw. spielen auf die NDW-Lyrik Anfang der 80er an. Es ist ja durchaus festzustellen, dass in letzter Zeit mehrere stilistisch ähnliche Tonträger wie dieser veröffentlicht werden. Vielleicht steht ja bald der GOLDENE REITER wieder vor der Tür? Ich kann mir Schlimmeres vorstellen.

source: unknown



Knowing their penchant for creating old school sounds, this collaborative project between powerhouses Anenzephalia and Thorofon (with friends) should come as no real surprise, per se. It is certainly a lighter affair than you might expect, but very pleasurable all the same. After one performance these people gathered together to collect their material recorded during the previous few years. The result is a release which flows between minimal, cold electronic classics with a distinctive german voice to hallucinatory, surreal atmospheres with a touch of antipop /dog pop. Imagine November Novelet with a tiny bit of SPK, mixed with some obscure early 80s keyboard group and maybe, just maybe you get a rough idea of where this is coming from. A criticism of the ultimate consumption and perfection, mixed with cutup technology this record won´t help you enjoy your daily world and living. Its just 71 % perfect, which is just enough!

source: unknown



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