UMB003
THOROFON:NEW HEROES
 [2LP.2005]

"We keep an eye on you!" - with this last message on the back-cover of "New Heroes" Thorofon ceased to exist after 10 years of existance and musicial prosperity. With dancefloor hits like "Spermicide", "Gigamesh", "Elite2" or "Tengu Crusher" they said goodbye and went on with their new projects The Musick Wreckers and Genevieve´s solo-career.

tracklist:
A1.armageddon survivers
A2.elite1
A3.kreuzzentrale
A4.spermicide
A5.a secret player

B1.gigamesh
B2.zerebrale stimulanz
B3.zerebrale eradikanz
B4.elite2
B5.you vote.we choose

C1.glassmen
C2.tengu crusher
C3.kill all idols!
C4.clandestine kultur dk
C5.exit 01011

D1.beast logic
D2.the lovebullet
D3.human as product
D4.closing all circuits




reviews
Stufe 1:
Nach mehrmaligem Durchhören der LP kann ich noch nicht so recht in den Jubelchor der Rezensenten einstimmen. Zu vieles auf diesem Album scheint ungar. Damit wir uns nicht falsch verstehen: "New Heroes" ist nicht schlecht, aber vielleicht waren die Erwartungen nach den umwerfenden Konzerten einfach zu hoch. Ganze drei "Reißer" kann ich unter den 19 Titeln ausmachen. Das energetische, an Hanin Elias erinnernde "Spermicide", das "maskuline" Gegenstück "Gigamesh" und das fantastische rituelle "Elite 2". Mit ein bisschen guten Willen lässt sich auch noch das am besten als Cold Wave zu beschreibende "Elite 1" in die Reihe potentieller Hits einsortieren, das war es aber schon. Die restlichen Stücke kommen zum großen Teil eher "ambient" daher, in dieser Konzentration geht selbige dem Hörer abhanden oder anders ausgedrückt: Dem Album fehlt es an dem berühmt-berüchtigten Spannungsbogen. Der organische Sound, der wahrscheinlich aufgrund der Verwendung ähnlicher Klangerzeuger ein wenig an Galakthorroe-Künstler erinnert, ist sicher noch besser als 90 Prozent der Szeneretortenprodukte, wirklich fesselnd ist das Gesamtergebnis über die Länge von mehr als 90 Minuten dann nicht. Sicher braucht es noch ein Weilchen bis ich hier zu einem endgültigen Ergebnis komme, aber das wäre ja nicht das erste mal.

Stufe 2:
Eigentlich ist es nicht verwunderlich, dass ich anfangs Schwierigkeiten mit "New Heroes" hatte. Thorofon sind auf einem ganz eigenen "Trip" und es fällt nicht immer leicht, zu folgen. Das was sich beim Live-Konzert durch die pure Anwesenheit der Künstler vermittelt, muss sich beim heimischen Genuss der Tonträger mühsam erarbeitet werden. So notierte ich mir quasi zu allen Titeln das Adjektiv "psychedelisch", offensichtlich ohne mir darüber im Klaren zu sein, dass dieses Wort im Alltagsgebrauch häufig für nichts anderes steht, als für eine logisch nicht begreifbare Realität, was Kunst letztendlich zumindest ein Stück weit aber immer ist. Jetzt bin ich auf jeden Fall durch wiederholten Genuss dem Thorofonschen Werke einen Schritt weit näher gekommen und plötzlich erschließen sich die meisten Stücke auf neue Art. Waren es anfangs vor allen die vordergründig leicht zu konsumierenden Titel, die mich begeisterten, so weiß jetzt das Gesamtwerk zu überzeugen. Bei der Vielzahl an Sinnesreizen, die uns heutzutage überfluten, vergisst man manchmal, sich auf eine Sache einzulassen…

source: Club Debil



Die Welt braucht keine neuen Helden! In einer Zeit, in der ganze Medienimperien einstürzen, Chartstürmer in Fernsehshows herangezüchtet werden und selbst die Geburtswehen von Popsängerinnen zum eigentlichen Inhalt aufsteigen, kann es so etwas wie Idole per definitionem nicht mehr geben – wenn jeder ein Star ist, ist es keiner mehr.

All dies beweist, ohne nun unmittelbar der Schwarzmalerei anheim fallen zu wollen: Um so manches ist es in Deutschland zur Zeit nicht gut bestellt. THOROFON haben sich konsequenterweise für die drastischste aller Lösungen entschieden und sprengen auf „New Heroes“, einer ausufernden Doppel Vinyl LP mit 19 Titeln, gleich die ganze Welt in die Luft. All dies natürlich nur, um vor einer derart gesäuberten Leinwand den Neuaufbau zu wagen. Den Aschen des finalen Showdowns entsteigen die kläglichen Reste der Menschheit, die „Armageddon Survivors“, die neue Elite, fest entschlossen, diesmal dank radikaler Methoden wie dem „Spermicide“ und unter reichlichem Einsatz der „Beast Logic“ das Fortbestehen der Rasse zu sichern. Es ist eine befremdliche Welt, welche die Band geschaffen hat, voller angsteinflößender Gestalten wie dem „Electronic Neophobic Gigamesh“ oder dem „Tengu Crusher“ und vor allem: voller befremdlicher, angsteinflößender Musik. Während die erste Hälfte dank einiger treibender Industrial-Tracks zwar nicht gerade leicht verdaulich, aber immerhin auf eine bizarre Art und Weise eingängig daherkommt, wird es spätestens ab der C-Seite verdammt finster. Die Bass Drum stampft in der Ferne, bedrohliche Stimmen flüstern, die Maschinen ächzen und atmen.

Man mag diese Art von Konzepten albern oder überflüssig finden, doch ist der Band mit diesem Album der perfekte Gegenentwurf zu KRAFTWERKs „Computer World“ gelungen – nur um sich danach selbst in Staub aufzulösen. Dieser Gedanke macht einen seltsam traurig und da wird einem schmerzlich bewusst: Die Welt braucht die doch, die neuen Helden!

tocafi

source: Terrorverlag



Mit dem beieindruckenden Album “New Heroes” und dem letzten Konzert in Erlangen ziehen sich Thorofon leider aus der Musikwelt zurück. Verzerrte Stimmen, minimale Elektronik, hämmernde Drums, knarzige Rhythmen und psychotische Klänge werden in fast zwei Stunden miteinander verschmolzen. Auch wenn das Album seinen morbiden und teilweise düsteren Klang beibehält, so ist der Einfluss des Soloprojektes von Geneviéve Pasquier nicht zu leugnen. Die minimalen Elekto Sounds werden schnell zum Ohrwurm, und machen die meisten Stücke auch tanzflächentauglich. Andere Lieder wiederum bilden Soundcollagen, bei dem das Grundgerüst eher aus Noise besteht. Das Lied „Kreuzzentrale“ z. B. erinnert mich durch die Synthies, die sich anhören, als würden sie schreien, und durch die Elemente eines Alarmes an eine Irrenanstalt, in der eine Revolte ausgebrochen ist. Es gehört schon einiges dazu, allein durch minimalistische Klangkunst die Phantasie derart anzuregen. Dennoch sind die Titel sind von der Grundstruktur fast alle gleich. Die Lieder bauen sich langsam auf, werden krachig, oder elektronisch, und laufen langsam wieder aus. Man könnte auch meinen, dass ein Album bei 19 Titeln schnell langweilig wird, doch dieses Album überzeugte mich durch die genial eingesetzten Samples und Distortions, gepaart mit den anmutigen Stimmen und Texten. Jede der einzelnen Platten ist meiner Meinung nach ein in sich geschlossener Kreislauf, sanfte Anfänge erleben ihre stetige Steigerung, um gegen Ende der Scheibe wieder auf das Klanglevel des Openers zurückzufinden. Hierbei ist jedoch noch mal hervorzuheben, dass auch die letzten Lieder keineswegs langweilig werden. Die Stimmenmodulationen, Loops, rituelle Klänge und der teilweise knarzige Rhythmus wird dies nicht zulassen.

Fazit: In bester Angst Pop Tradition ist das Album zudem eine gute Mischung aus Minimal/Power Elektronik und Noise. Da die LP nur auf 500 Stk. limitiert wurde, sollte man sie schnell bei Steinklang bestellen, denn die LP ist nicht nur ein Muss für alle Thorofon Liebhaber!!!

source: unknown



Mit einem letzten großen Knall in Form der Doppel-LP "New Heroes" verabschiedet sich eines der langlebigsten und bekanntesten Industrial-Projekte Deutschlands: Thorofon.
Das schicke, schwarz-rot-weiße Hochglanz-Klappcover beherbergt zwei Platten, die zum einen klar im Old-School Industrial wurzeln, zum andern einmal mehr den Brückenschlag zwischen Industrial und Minimal Electro wagen.

Inhaltlich ist das Album ein beherzter, sozial / human-kritischer Schlag ins Gesicht - ohne große poetische Ausschweifungen, dafür aber mit klaren Worten, transportieren Thorofon ihre prägnanten Botschaften.
Von krachig-treibenden, hitverdächtigen Tracks wie "Gigamesh" oder "Tengu Crusher", bis hinzu verhätlnismässig ruhigen, dafür sehr eindringlichen Nummern wie "Lovebullet" oder auch "Elite 1", entführt einen das Duo in eine kalte Welt, die die unsere ist.
"New Heroes" bleibt hierbei musikalisch stets spannend und beleuchtet mit jedem Song andere Aspekte des mittlerweile sehr weitgefassten Industrial-Begriffs.
Vielleicht ist es auch diese Vielfalt, die "New Heroes" als geschlossenes Konzeptalbum funktionieren lassen, welches mit dem namentlich nicht eindeutiger zu betitelnden "Closing all Circuits" nach knapp 90 Minuten sein wohlverdientes Ende nimmt.

"New Heroes" ist also mehr als nur ein würdiger Abschluss des Projekts Thorofon. Mit einer Art letztem Statement verabschieden sich A.Knilpert und Genevievé Pasquier von ihrem Publikum, das hoffen lässt, dass die ein oder andere Prise Thorofon mit in das Werk des Nachfolgeprojekts "The Musick Wreckers" miteinfließen wird:

"Even when all signals are fading out - we keep an eye on you!"

source: Gnark Audio



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