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Info: Embossed Digipack, Booklet (20p)
Musicians: Dan Courtman, Geneviéve Pasquier, Tikki Nagual, Giuseppe Tonal, Julius Gospodard
Mastering: Giuseppe Tonal
Artwork: Dan Courtman, S.Alt
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UMB005
JÄGERBLUT: 1896-1906
Bavarian Folk / Ambient / Traditional / Modern Volksmusik
TRACKLIST
01.Jagd
02.Die Gelände Warten
03.Obacht
04.Hunting 
05.Boandlkramer I
06.Sankt Barbara, Verloren Im Walde
07.Boandlkramer II
08.Cor Venantis Efferum (Das Herz Des Wilden Jägers)
09.Gruß Vom Krampus
10.Da Wildschütz
11.Mühlhiasl's Prophezeihung
12.Dornwald
13.D'Resl Von Konnersreuth 
14.Der Doost
15.Lichtmeß 
16.Ofenschreier
17.Torschengruen
18.Jennerwein
19.Dornenwald
After 10 Years of existence, the group around Anton Knilpert (THOROFON/THEMUSICK WRECKERS), featuring Geneviéve Pasquier, Giuseppe Tonal and Tikki Nagual (TONAL Y NAGUAL) sealeaseding their fist longplayer after the successful split 7" with Sturmpercht.
The work of JÄGERBLUT (eng:Hunter's Blood) can best be described as listening to a musical narrative, told in several parts forming a larger story of another time and place.
A bavarian fiction infused with pagan and christian mysticism. Drawing heavily from rural lore, legends of blood-covered martyrs and the inevitabilty of nature, the musicians try to find their roots within the context of modernity.
The music itself ranges from whimsical folk to ritualistic versions of the local styles, not to forget the non too subtle moments of industrial sounds.
Daring to see the comical in the tragedy and always wandering between sadness and exultation, the experience of JÄGERBLUT is that of the world being full of dark poetry.
Behave!
(Brav sein!)

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REVIEWS
Kauzig, kauzig, was die bayerische Kapelle JÄGERBLUT auf ihrem Debüt „1896-1906“ so alles verbraten hat. Meine Befürchtungen, und das will ich doch gleich vorweg nehmen, es handle sich um einen langweiligen Sturmperchtabklatsch, haben sich glücklicherweise nicht erfüllt. Im Gegenteil. JÄGERBLUT servieren dem Hörer einen äußerst abenteuerlichen und vor allem einfallsreichen Experimentalmusiktrip, angereichert mit folkigen Einflüssen und einer großen Portion Heimatkinoflair.
JÄGERBLUT, das sind ANTON KNILPERT, GIUSEPPE TONAL, GENEVIÈVE PASQUIER und TIKKI NAGUAL. Die einzelnen Mitglieder haben sich bereits durch Projekte wie TONAL Y NAGUAL , GENEVIÈVE PASQUIER und THOROFON getobt. JÄGERBLUT bestehen schon ein Weilchen, genauer gesagt seit 1986 und änderten im Laufe der Zeit mehrmals die Besetzung. Auf einer im Jahre 1998 stattgefunden habenden Tour ließen die Herrschaften erstmals, als Vorband der Haudegen BLOOD AXIS, von sich hören. Jedoch hüllte man sich nach diesem Auftritt für längere Zeit in Schweigen. Erst durch die Splitveröffentlichung mit STURMPERCHT gelang es JÄGERBLUT, die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf sich zu lenken. „Waldpracht“ lautet das mit Humpasounds gespickte Stück, mit dem JÄGERBLUT ihren Teil zur Kollaboration beisteuerten. Desweiteren ließ man es sich nicht nehmen, ein Beitrag für den „Mia Runa“-Sampler aus dem Jahre 2005 anzufertigen. Eigentlich wäre hiermit schon alles Nennenswerte über die Bandgeschichte erzählt, sodass ich nun getrost zum eigentlichen Anliegen, dem Album, übergehen kann.
Optisch hat „1896-1906“, das in einem schnieken Digipack daher kommt, Einiges zu bieten. Das umfangreiche Booklet enthält neben allerlei Texten eine abwechslungsreiche Bildergalerie, die insgesamt einen ziemlich grotesken Eindruck macht. Bringt man die Scheibe nun endlich mal zum Rotieren wird einem schnell bewusst, dass JÄGERBLUT mit „1896-1906“ nicht nur optisch, sondern auch musikalisch ein gewaltiges Trashgeschütz auffahren. Glücklicherweise haben sie bei mir eine Anlaufstelle gefunden, die dem Ganzen durchaus etwas abgewinnen kann. Nichtsdestotrotz bin ich überzeugt, dass dieses Album polarisieren wird. Auf „1896-1906“ dominiert eigentlich nicht das folkige Liedgut, wie der Song „Waldespracht“ vermuten ließe , sondern experimentelle, nicht leicht zugängliche Stücke. Einzigartig wirken diese vor allem durch die, größtenteils alten Heimatfilmen entnommenen Samples. Doch Halt! Auch einige Folkballaden erklingen zwischen diesem merkwürdigen Soundgebräu. Simple Gitarrenriffs begleiteten in Stücken wie „Hunting“ oder „Sankt Barbara, verloren im Walde“ männlichen und, wenn man sich textlich der guten Maria, die sich mal wieder im Dorngestrüpp verirrt hat, widmet, auch mal weiblichen Gesang. Sollte jetzt die Anhängerschaft des Jägerblutschen Humpasounds enttäuscht ihre Augen abwenden, so sei ihr gesagt, dass sie beim Zusammenstellen der Scheibe nicht vergessen wurden. Das rhythmische „Lichtmesz“ oder die Vertonung des Gedichtes „Torshengruen“, die gegen Ende der Platte erschallen, rufen das ursprüngliche Bild, dass sich der Hörer von JÄGERBLUT anhand der ersten Split konstruiert hat, wieder ins Leben.
Fazit:
Mit „1896-1906“ wird vor allem die experimentierfreudige Hörerschaft auf ihre Kosten kommen. Die abwechslungsreiche Songkonstellation lässt keine Langeweile aufkommen und bietet, wenn man ein Näschen für bayerischen Trash hat, durchweg kultige Unterhaltung. Wer ein gradliniges Folkerlebnis erwartet, wird enttäuscht. Dafür sind viele der Lieder einfach zu sperrig und vertrackt.
Martin N.
source: Nonpop
Vor zwei Jahren durften wir bereits einen ersten Blick auf den Versuch einer Zusammenstellung des Schaffens von Jägerblut werfen. Nun ist das erste offizielle Album des 1996 von Julius Gospodard ins Leben gerufenen Projekts erschienen. Nach dem Split mit Sturmpercht und dem Beitrag auf dem Mia-Runa Sampler ist "1896-1906" erst das dritte veröffentlichte Lebenszeichen des Projekts. Anton Knilpert, Geneviéve Pasquier, Giuseppe Tonal und Tikki Nagual sind angetreten, ihre Version von Volksmusik zu verbreiten und aufzuzeigen, wie sich die Volksmusik hätte entwickeln können, wenn nicht die Aufweichung durch Schlager und massenkompatible Humptata-Musik a la Musikantenstadl Einzug gehalten hätte. So schräg, wie Jägerblut beim ersten Eindruck wirken, so ernsthaft ist der Ansatz dahinter. Allerdings merkt man auch schnell, dass das Quartett nicht allzu verbissen an die Sache herangegangen ist, denn auch der schelmische Faktor kommt nicht zu kurz.
Alle vier Mitglieder von Jägerblut sind Teil des UMB Kollektifs und haben sich bis jetzt eher mit elektronisch fokussierten Projekten hervorgetan. Neben dem bekannten und mittlerweile zu Grabe getragenen Projekt Thorofon und dessen Nachfolger The Musick Wreckers ist auch Tonal Y Nagual zu nennen. Diese Kollaborationen haben sich bis jetzt immer durch eine gewisse Extravaganz ausgezeichnet, ebenso wie die Soloarbeiten von Geneviéve Pasquier, und so ist es eigentlich auch nicht verwunderlich, dass Jägerblut mit seiner Konzentration auf bajuwarische Sagen und Mythen ebenso absonderlich wie eigentümlich klingen. Wer allerdings reine Volksmusikpolka erwartet, wird enttäuscht, denn Jägerblut sind viel zu eigenständig und verquer, um als bloße Blaskapelle zu praktizieren. Natürlich ist auch solche Musik auf "1896-1906" vertreten, aber der Blick zurück auf die ursprüngliche Volksmusik ist genauso geprägt von Melancholie und Naturverbundenheit wie von Ausgelassenheit. Deshalb ist "1896-1906" auch ziemlich abwechslungsreich ausgefallen. Von reinen, auf der Akustikgitarre begleiteten Folksongs über schwermütigen Mystizismus bis hin zu, an derzeitige Volksmusik erinnernde Songs ("Da Wildschütz").
Sehr schön erhallen die atmosphärisch dichteren Songs wie etwa das Intro "Jagd" oder "D'Resl von Konnersreuth". Notwendigerweise stellt sich aber schon die Frage, wer denn nun der Rezipient dieses Stücks heimatlicher Kuriositäten sein soll. Da sich Jägerblut aber selbst keine Grenzen setzen und sich deshalb auch nicht auf einen kleinen Empfängerkreis festlegen, bleibt alles offen. Das auf 700 Stück limitierte und als liebevoll gestaltetes Digipack erscheinende Werk ist ein kleines, aber feines Meisterwerk, das aufgrund seiner auffallenden Kauzigkeit und teils seltsamen Umsetzungen zwar nicht alle begeistern dürfte, aber genau die richtigen Hörer finden dürfte.
source: Der Medienkonverter
Nach Sturmpercht und Graumahd nun Jägerblut? Nein, Jägerblut (benannt nach Hans Königs wunderbarem Heimatfilm) existiert als Musikprojekt bereits seit zehn Jahren – und die Mit-glieder stammen nicht aus Österreich, sondern Bayern. Auch bei Jägerblut findet man Ele-mente alternativer Volksmusik mit Goth-Hintergrund, doch wo Sturmpercht den urigen Witz pflegen, gehen Jägerblut deutlich ernsthafter ans Werk, bemühen sich, eine rituell-morbide Atmosphäre zu evozieren, in der Beschäftigung mit christlicher Mystik (bei „Mühlhiasls Pro-phezeiung“, „Dornwald“ oder „Lichtmeß“) und bayrischer Bergromantik (bei „Ofenschreier“, „Der Doost“ oder „Torschengruen“).
Die thematische Vorliebe für erhabene Naturlandschaften verbindet sie mit Graumahd, doch Jägerblut klingen deutlicher elektronischer, sind viel stärker im klassischen Industrial verwur-zelt – neben akustischem Gitarren-Folk und martialischen Trommeln setzten sie immer wie-der disparateste Samples ein, arbeiten mit starken Verzerrungen und repititiven Noise-Strukturen. Daneben gestatten Jägerblut sich Ausflüge in reine Ambient-Sounds, lieben sphä-rische Klangflächen mit collagierten Geräuscheffekten. Gerade dort ist eine Verbindung zu alpiner Folklore oft nicht gegeben, genauso wenig wie im englischen Text zweier Stücke – für zukünftige Veröffentlichungen würde man sich bayerische Mundart schon wünschen.
Dessen ungeachtet haben Jägerblut mit „1896-1906“ aber natürlich einen kreativen Befrei-ungsschlag gelandet, im unüberschaubaren Dschungel musikalisch ebenso dilettantischer wie ideologisch naiver Neo-Folk-Formationen. Guad is.
source: Ikonen Magazin
„Blut Blut, Räuber saufen Jägerblut...“ – nein das war irgendwie eine andere Band. Auf diesem äußerst stilvoll verpackten Tonträger gibt sich das bajuwarische Quartett Knilpert/ Pasquier/ Nagual/ Tonal erstmals die Ehre über die volle Distanz. Zusammen lassen sie unter dem Banner JÄGERBLUT süddeutsche Tradition durch den heimischen Äther fließen, angereichert mit einigen modernen Elementen. Das UMB Kollektif gleichsam als Kommune 1 deutscher Experimentalmusik zu bezeichnen, wäre wohl etwas verwegen, dennoch werden und wurden in immer neuen Kollaborationen interessante musikalische Arbeiten erstellt. So kennt man K & P natürlich als THOROFON, während TONAL Y NAGUAL gerade gleichfalls ein neues Werk vorlegen. Von Geneviéves Soloerfolgen ganz zu schweigen. Die „spaßeshalber“ um ein Jahrhundert zurückverlegte Projekthistorie beginnt mit der Gründung durch Julius Gospodard im Jahre 1996, der heuer nur mehr als Gast auftritt. Doch die Erben machen ihre Sache mit der Unterstützung von Gastmusikern ganz ausgezeichnet!
Anstelle durchweg mit stumpfem Uftata zu nerven, was bisweilen – siehe Split mit STURMPERCHT – ganz unterhaltsam sein kann, werden Mythen und Sagen in teils sakrale, teils unheimliche, teils melancholische Formen gegossen. Das erinnert zu Beginn ein wenig an spannungsgeladene Italo Western Soundtracks und erreicht recht schnell mit der Neofolk Ballade „Hunting“ einen ersten Höhepunkt. Akustikgitarren und der leicht verhallte Gesang (es wurde in einer Kirche aufgenommen) sorgen für sehr angenehme Mitwipp-Atmosphäre. Atmosphäre ist sowieso DAS Schlagwort vorliegender Veröffentlichung, anstelle auf klischeetriefende Bierseligkeit zu setzen, werden Schönheit und Rauheit der Natur in elegische Bilder verpackt. In diesem Zusammenhang sei auch auf die wunderbaren Illustrationen im Booklet hingewiesen, die perfekt auf den jeweiligen Titel einstimmen. Von denen gibt es immerhin 19, wobei man auch vor Ambient („Da Wildschütz“) oder liturgischen Klängen („Dornwald“) nicht zurückschreckt.
Wo ich sonst sowohl Jagdsport wie auch Bundesland eher abgeneigt bin, kann ich meine Begeisterung für 10 Jahre wild loderndes JÄGERBLUT nicht verhehlen. Eine musikalisch erstaunlich offene, konzeptionell aber in sich geschlossene Ode an das Urwüchsige sollte bei Anhängern von STURMPERCHT bis ELLI RIEHL akutes Jagdfieber auslösen!
TK
source: Terrorverlag
Das Musikprojekt Jägerblut existiert seit zehn Jahren. Mit 1896-1906 liegt nun auch der erste Tonträger der Gruppe vor, der einen Überblick über das bisherige Schaffen gibt. Ansonsten gab es lediglich ein Lied auf der Split 7“ mit Sturmpercht Wilde Gesellen zu hören. Genau wie diese widmen sich Jägerblut der alpinen Folklore. Ein Vergleich mit Sturmpercht ist deshalb nicht nur naheliegend, sondern auch unvermeidlich. Können Jägerblut es mit Sturmpercht aufnehmen? Immerhin behaupteten sie ja auf einer Postkarte selbstbewusst von sich selber: „Wir haben die Volksmusik neu erfunden“.
Wie die Mitglieder von Sturmpercht widmen sich die Mitglieder von Jägerblut ansonsten eher elektronischen Klängen. Was zunächst beim Hören der CD überrascht: Jägerblut klingen tatsächlich anders als Sturmpercht. Wo Sturmpercht doch eher mit einer ungestümen und urigen Art daherkommen, klingen Jägerblut ernsthafter, sakraler und sind auch etwas elektronischer. Im Gegensatz zu Sturmpercht merkt man auch bei vielen Liedern deutlich die Verwandtschaft zum Industrial: So werden bei vielen Stücken verzerrte Stimmen und Samples eingesetzt. Auch merkt man an der Liedstruktur häufig, wo Jägerblut eigentlich herkommen.
Thematisch schlägt das Projekt einen Bogen von der Jagd zu christlich-archaischen Themen. Gerade bei letzterem zeigt sich, was in Jägerblut können: Dornwald (in zwei Versionen auf dem Album, die beide überzeugen) und besonders das Stück Lichtmess überzeugen sofort. Mit Hunting, Sankt Barbara, verloren im Walde gibt es zwei sehr gelungene Lieder in englischer Sprache.
Musikalisch schwankt die Musik von Jägerblut von typischem Gitarrenneofolk mit martialischen Trommeln bis hin zu Ambientklängen. Dadurch wirkt die Zusammenstellung mitunter leider etwas unstrukturiert, was aber an der Tatsache liegt, dass man hier Stücke aus einer Schaffensphase von insgesamt zehn Jahren vor sich hat. Was auch stört: Bei manchen Stücken fehlt einfach der alpine Touch, wie zum Beispiel bei Die Gelände warten. Das ist sehr schade, denn der muss bei so einem Projekt einfach da sein.
Jägerblut haben mit dieser CD bewiesen, dass man nicht wie Sturmpercht klingen muss, wenn man alpine Folklore machen will. Das ist ihnen auch bis auf ein paar Ausnahmen gut gelungen. Allerdings hätte ich mir doch mehr Dialekt und mehr Blashörner auf 1896-1906 gewünscht. Dennoch macht die CD Lust auf mehr, weswegen ich mich auf einen weiteren Tonträger der Gruppe freue.
Tristan Osterfeld
source: Alternativmusik
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