CREDITS Info: Jewelcase, Booklet (4p)
Musicians: Dan Courtman, St.M, Anonymous
Mastering: Giuseppe Tonal
Artwork: Dan Courtman
Cover: KDA Design

UMB007
DOGPOP: JAHRMARKT DER VERLORENEN KINDER

Minimal / Dada Elektronika / NDW

TRACKLIST
01.Hörst Du?
02.6er-Bahn
03.Himmel Flieg (1-Schuss-Mix)
04.Ewiges Kino
05.Klonhaus
06.Weisser Klown
07.Wind
08.Dogporn
09.Riesenrad
10.Kinderfänger
11.Paradogs
12.Filmriss Im Festzelt
13.Jahrmarkt Der Verlorenen Kinder

"Dogporn schauen ist gesund! Freut den Vater und den Hund!"

Perfection-level now at 85%. DOGPOP return six years after their well-received debut "Popgod" (POP1, 2003) and the preview-CDR "In Dog We Trust" (POP2, 2008). Since then, things have changed. Thirteen tracks of abstract weirdness, entertaining anti-pop tunes presented in doggy dancefloor style. "Jahrmarkt der verlorenen Kinder" is the modern incarnation of dadaistic German New Wave (e.g. Der Plan, Pyrolator, Der Mußikant, DAF), but also integrates more modern lo-fi tunes and post-industrial structures. "Der Weisse Clown", "Dogporn", "Himmel Flieg" and the kraftwerkian "6er-Bahn" are destined to conquer the dancefloor.

The new DOGPOP-Incarnation is earcandy for all lost children in the world, long forgotten by their parents on a run-down fair.

  





REVIEWS
United Manipulation Broadcasting, better known as UMB Kollektif started as house for Thorofon and related projects. Thorofon started in 1995 in the tradition of SPK and Throbbing Gristle and made a very disturbing and oppressive first album with Maximum Punishment Solutions, released as LP on State Art. Over the years Thorofon became more accessible and even had some dance floor hits with “Riotdictator” and “Gigamesh”. After their Trilogy and a Couple of singles Anton Knilpert and Genevieve Pasquier ended Thorofon to go different ways with different projects on UMB Kollektif.

Kommando can be seen as a pre-Thorofon Project of Anton Knilpert who calls himself Dan Courtman nowadays. While existing there only had been two tapes released but in 2007 White Lion did release a CD with unreleased tracks and so is Crimefactory on UMB. There are 14 previous unreleased tracks recorded between 1993-1997on this disc varying from harsh power electronics to more rhythmic and catchy tracks. The tracks are restructured and remixed with modern equipment for better results. For fans of Thorofon the story is clear, they can and will buy this album without doubt. For others to convince: Crimefactory is a very powerful album with a lot to offer. Throbbing distortions on their way to collapse with a forceful drive and aggressive vocal treatment.

The atmosphere on Crimefactory is dark and threatening that starts with harsh distorted sounds and panicking vocals with “Freak Out”. Kommando is very rhythmic with deep pulses, growling sound structures and penetrating feed back that will make fans of power electronics jump up. Very confronting noise like in “Enflamed” stands next to dense disturbing tracks such as title track “Crimefactory” to continue violently with “Bones Under Skin” which will make your blood run faster. Pretty queer are “XXXRated” and “Tremorstate” which have a bouncing electric rhythm in contrary to “Bundytalk” that slowly craws under your skin or grinding “Unstoppable”.

To make things short; Crimefactory is irresistible and an absolute must have for those who like it harsh, heavy and churning. Kommando is an intensive experience that will leave its scars for the remaining day. Crimefactory is packed in a tasteful slipcase in an edition of only 313, so you better hurry for this will be sold out soon.

9/10 Punkte

Remco

source: Gothtronic



Dan Courtman, auch bekannt als Anton Knilpert oder eine Hälfte des Duos Thorofon (mit Geneviève Pasquier) bzw. als Mitglied der zünftigen Kapelle Jägerblut, hat es sich vor einiger Zeit zur Aufgabe gemacht, die Archive seines Labels UMB Kollektiv zu durchforsten und unveröffentlichte Tape-Aufnahmen seines ersten Projektes Kommando zu sortieren und CD-tauglich aufzupeppen und neu abzumischen. Mit "Crimefactory" präsentiert Courtman nun eine sehr gelungene, strikt auf 313 Stück limitierte Werkschau mit 14 Titeln aus den Jahren 1993 bis 1997 in beachtlicher Tonqualität.

Man mag beim Durchhören von "Crimefactory" ja erst gar nicht glauben, dass es sich hier um eine solche handelt, da sich sämtliche Titel insgesamt recht schlüssig aneinanderreihen und trotz unterschiedlicher Stilelemente ausgesprochen homogen wirken. "Crimefactory" ist keine Spur Stückwerk, sondern vereint gekonnt sperrige Noise-Titel mit monoton-dröhnenden Ambient-Electronics, rhythmusbetonten, tanzbaren Industrial-Stücken sowie experimentellen Geräuschkrawallen und Voice-Samples. Mit dem düster-pulsierenden Titel "Tremorstate", der geradezu aus den Anfangstagen des Industrial stammen könnte, setzt Courtman schließlich das berühmte Tüpfelchen aufs I.

Dass es nicht immer unbedingt ein übergeordnetes Thema oder gar Konzept braucht, um einer "Ansammlung von Liedgut" qualitativ hochwertige Existenzberechtigung zuzuweisen, zeigt "Crimefactory" eindrucksvoll. Allerdings macht es auch keine Probleme, auf die schnelle ein (es von vielen) Grundthema zu finden, das da sein könnte: "psychopathologischer Wahnsinn, manifestiert in den dunklen Abgründen der menschlichen Seele". Da bringt es die heitere Selbstaussage aus dem Hause UMBkollektiv doch glatt selbst auf den Punkt: "Wer bei der neuen Kommando weghört, hat einfach Angst." Stimmt.

Ein intensives, gekonnt erdachtes und umgesetztes Klangrevival, von dem es gerne mehr sein darf. Empfehlenswert.

Susanne

source: Der Medienkonverter



Dan Courtman betreibt weiter Resteverwertung im positivsten Sinne: Die neue CD seines Debütprojektes KOMMANDO ist wieder eine Sammlung alter Tracks, mit modernen Mitteln technisch ein wenig aufgepeppt und in kleinem Rahmen veröffentlicht. Diesmal auf dem eigenen Label UMB und verpackt in einer schlichten Papphülle mit kryptischem Artwork. 14 Stücke in knapp 52 Minuten ist mehr als fair, und nach dem gelungenen Vorgänger ist man auch nicht mehr gar so skeptisch.

Es bleibt beim „Alten“: Courtman dröhnt, fiept, rauscht erneut mit betont schlechter Laune durch die gesamte CD, allerdings deutlich abwechslungsreicher als noch vor anderthalb Jahren. Fragmentarisch lässt sich sein späteres Werk mit Thorofon und DogPop bereits erahnen. Stück Nummer sechs ist nicht mehr nur leicht von poppigen Einflüssen durchzogen, sondern bereits durchstrukturierter, rhythmisch orientierter und tanzbarer Industrialpop, ohne die Ecken und Kanten, die dieser Musik ihren Charakter geben, auszulassen. Im Mittelfeld wird es dann deutlich ambientlastiger und ruhiger, hier herrscht verhaltener Pessimismus, nur leicht aufgebrochen durch die wütenden Geräuschkaskaden der „typischeren“ Titel. „Tremorstate“ könnte schon wieder fast ein unveröffentlichtes Throbbing Gristle Stück sein.

So schwankt die CD immer wieder zwischen verschiedenen Stilen, ohne allerdings dadurch inhomogen zu wirken. Alle Stücke haben ihren gemeinsamen Nenner in Stimmung und Arrangement. Allerdings fehlt wie immer bei solchen Sammlungen ein in sich geschlossenes Konzept, was aber nicht besonders ins Gewicht fällt; das Gehörte gestaltet sich dafür zu gut und wertig. Bleibt zu hoffen, dass sich im UMB-Keller entweder noch mehr alte Bänder finden lassen, oder D.C. sich zwischendurch mal wieder auf ähnlich geartete musikalische Pfade begibt. Es ist immer schade, wenn solche Veröffentlichungen Lust auf mehr machen, während das Projekt sich schon längst zur Ruhe gebettet hat.

Es bleibt nur zu sagen, dass KOMMANDO erneut eine erquickend klassische CD veröffentlichen, ohne borniert und gezwungen „oldschool“ zu wirken. Klare Empfehlung.

Daniel Novak

source: Ikonen



Da schnurrt der Elektrolurch. Feines, gut abgehangenes Noise-Futter, verpackt in hübschem, grau auf grau gedrucktem Karton, limitiert auf 371 Exemplare und handnummeriert, liefert KOMMANDO mit dieser Retrospektive aus den Jahren 93 bis 97 ab. Beim Hören hätte ich mit einer aktuellen Veröffentlichung gerechnet, die den Sound von SPK nachahmen möchte. Denn das Zusammenspiel aus Stimme, Rhythmus, Verzerrung, Feedback, analogem Summen und weiteren Störgeräuschen klingt zum einen sehr nah an den Ursprüngen des Genres und wahrscheinlich selbst für den Jahrgang 93 noch retro, die Aufnahmequalität und damit die Wucht der Stücke ist aber ausgezeichnet. Weiterhin beachtlich ist, dass die 14 Stück von Klang und Abfolge gut zueinander passen, man bekommt kein aus dem Kontext gerissenes Flickwerk geboten. Wie es sich für ursprünglichen Industrial gehört, sind die eingängig-rhythmischen Stücke eher die Ausnahme. Eines davon sei aber jedem Genre-Fan ans Herz gelegt: Mit ‚xxxrated’ bekommt man ein perkussives Monster geboten, das gleichzeitig in die Beine geht und den Kopf frei bläst. Und zum Glück ohne Stöhnen, Grunzen und Aufrufe zum Geschlechtsakt auskommt, wie der Titel vielleicht befürchten lassen könnte. Eine echte Empfehlung für alle, die es laut und schmutzig mögen, und denen Musik auch mal wehtun darf, gleichzeitig aber nicht zu vergeistigt sein soll.

14/15 Punkte

MST

source: Legacy Magazin
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